An die Gemeinde März 2018

Gott vorenthalten?

 

Liebe Gemeinde,

„Keine Zeit!“ – ist eine der Hauptklagen des modernen Menschen, keine Zeit für das Gebet, keine Zeit für den Gottesdienst.
Das tägliche Gebet fällt aus: vor Gott hintreten – „Herr, da bin ich!“, da braucht es nicht unbedingt viele Worte: spüren, nachsinnen, ihm anvertrauen, was mich bewegt, innehalten, zur Ruhe kommen.
Und ich werde spüren: Ich brauche diese Zeit, es tut mir gut, mich selbst Gott nicht vorzuenthalten.

Eng damit zusammen hängt ein Zweites, nämlich: Mein Herz Gott vorzuenthalten. Vergessen wir niemals das erste Gebot. Ihn mit ganzem Herzen zu lieben, heißt es dort (vgl. Dtn 6,5). Mit wie vielen Sachen dagegen stopfen wir unser Herz voll! Vor allem mit der entsetzlichen Oberflächlichkeit unserer gesamten Medienwelt, mit unnötigen Einkäufen, banalen Zeit-Totschlagen, oft mit Dingen, die uns letztlich unzufrieden machen und doch immer weitersuchen lassen. Ein Gegenvorschlag: Einmal am Tag zur Ruhe kommen, alles abschalten, eine Kerze entzünden und Ihn zu mir sprechen lassen: „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Mein bist du!“ (Jes.43,1). Und dann stammelnd ihm antworten…

Zusammenfassen möchte ich meine Gedanken mit der Frage: „Bin ich als Christ gerade in der Gefahr, mein Leben Gott vorzuenthalten?“
Es ist durchaus möglich, Sonntag für Sonntag zum Gottesdienst zu kommen und den gleichen Gott werktags außen vor zu lassen. Dabei ist doch er es, dem ich mein Leben verdanke und der mein Leben ist. Segen in Fülle ist übrigens seine Verheißung für den, der ihm nichts vorenthält.

 

Mit frohen und dankbaren Grüßen

 

            Ihr Pfarrer Peter Opitz    

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