Gemeindeleben Hirtenwort zu den Gremienwahlen im November 2020

Liebe Schwestern und Brüder,
in den letzten Jahren haben sich viele Ehren- und Hauptamtliche engagiert, um die vielfältigen Veränderungen mitzutragen und den Weg der Neugründung in den Pfarreien zu gestalten. Ihnen allen danke ich von Herzen für diesen Dienst, besonders all denen, die in der verlängerten Legislaturperiode von sechs (!) Jahren Verantwortung in den Gremien übernommen haben.


Als nächster Schritt finden im November nun die Wahlen zu den neuen Gremien der Pfarreien statt. Gewählt werden der sogenannte Ortskirchenrat, das pastorale Gremium, und der Kirchenvorstand als Verwaltungsorgan.


Grundsätzliches Anliegen der neuen Gremienordnungen war und ist es, dass Getaufte und Gefirmte in unseren Gemeinden und kirchlichen Orten mehr Verantwortung wahrnehmen können und ihre Gaben, Kompetenzen und Fähigkeiten einbringen und auch auf diese Weise ihre Taufberufung leben. Damit dies auch in den neugeschaffenen Strukturen gut möglich ist, sollen der Ortskirchenrat auf der Ebene der Ortsgemeinde und der Pfarreirat auf Ebene der Pfarrei im Zusammenspiel mit den kirchlichen Orten die pastoralen Belange angehen. Zum ersten Mal wählen wir nicht nur das pastorale Gremium, sondern auch das Verwaltungsorgan der Pfarrei, den Kirchenvorstand. Das dient einerseits dazu, die Priester bei den Verwaltungsaufgaben zu entlasten, und andererseits, dass die Getauften und Gefirmten mit ihrer besonderen Kompetenz in wirtschaftlichen Belangen in diesem Bereich Verantwortung übernehmen. Der Auftrag der Kirche und damit auch aller pfarrlichen Gremien ist es, Menschen mit dem Evangelium in Berührung zu bringen und Wege aufzuzeigen, wie heute Christsein gelingen kann. Dabei gilt es, sich als Kirche vor Ort konstruktiv in gesellschaftliche Belange und Entwicklungen einzubringen.


Mir ist bewusst, dass die Veränderungen der letzten Jahre für viele auch schmerzlich sind und an vielen Orten unseres Bistums die Verantwortung auf wenigen Schultern ruht. Ein Sprichwort sagt: „Wir müssen die Kirche im Dorf lassen.“ Ja, die Kirche muss im Dorf – also nah bei den Menschen – bleiben! Lassen wir uns nicht entmutigen! Wir müssen neu darüber nachdenken, wie das Miteinander in den Gemeinden und kirchlichen Orten so gestaltet werden kann, dass Menschen aller Generationen von der Frohen Botschaft angesprochen werden. Das wird an unterschiedlichen Orten zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Dies ist Ausdruck einer gelebten und gewollten Einheit in Vielfalt.


Lassen Sie uns Kirche gemeinsam so bauen, dass wir alle gern darin zu Hause sind! Dazu sind die Wahlen der Gremien im November ein bedeutsamer Schritt. Daher bitte und ermutige ich Sie, zur Wahl zu gehen und gegebenenfalls zu kandidieren. In der besonderen Situation der Corona-Pandemie kann die Briefwahl ein hilfreiches Instrument sein. Besonders ermutige ich junge Frauen und Männer, eine Kandidatur zu prüfen, um die Zukunft der Kirche aktiv mitzugestalten. Ob Sie als Kandidatin bzw. Kandidat zur Wahl stehen oder nicht: Kreuzen Sie auf und kreuzen Sie an!


In der gemeinsamen Verantwortung für die Kirche in unserem Bistum und der Bitte um Gottes Segen für Sie und unsere Ortskirche grüße ich Sie herzlich,

 
Ihr
Heinrich Timmerevers
Bischof von Dresden-Meißen

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