Gemeindeleben Bischofsschreiben zur Entwicklung der Verantwortungsgemeinschaften

Sehr geehrter Herr Pfarrer,

 

Ende vergangenen Jahres habe ich begonnen. die Verantwortungsgemeinschaften unseres Bistums zu besuchen, um mir ein Bild von der Situation vor Ort zu machen und mit Gläubigen unserer Gemeinden ins Gespräch zu kommen. Bis heute konnte ich zehn Verantwortungsgemeinschaften besuchen. Dabei habe ich erlebt, wie unterschiedlich die Gegebenheiten sind. Ich bin tief beeindruckt, mit wieviel Engagement und Liebe sich viele dafür einsetzen. an dem Ort. an dem sie leben. Kirche zu sein und zu gestalten. Dafür bin ich sehr dankbar.

 

Ich sehe, wie sich für mich mit jedem Besuch ein Mosaikstein zu einem vielgestaltigen Gesamtbild unseres Bistums hinzufügt. Eine Frage, die mir mehrmals gestellt wurde, ist die nach dem zeitlichen Rahmen des Erkundungsprozesses. Dazu habe ich erklärt: Der Erkundungsprozess als Suche nach dem, was unser Auftrag als Kirche vor Ort ist, wozu Gott uns hier und jetzt ruft, ist ein kontinuierlicher Prozess, der als solcher kein Ende finden kann und darf. Dieses Suchen und Hören findet unter konkreten, sich im Wandel befindenden Rahmenbedingungen statt. Ich habe wahrgenommen, dass auch nach der zeitlichen Perspektive des strukturellen Zusammenwachsens der jeweiligen Verantwortungsgemeinschaft zu einer neuen Pfarrei gefragt wird.

 

In der Handreichung zum Erkundungsprozess „So da sein, wie Er da ist“ wurde Ihnen bereits im Dezember 2014 mitgeteilt, dass die Errichtung der Verantwortungsgemeinschaften nur ein Zwischenschritt darstellt und dass es zukünftig im Regelfall in einer Verantwortungsgemeinschaft nur eine Pfarrei geben wird (vgl. Handreichung S. 16).

 

Zur konkreten Umsetzung habe ich nun einige Entscheidungen getroffen, die ich in den Gesprächen mit den Gemeinden auch schon verschiedentlich erläutert habe, und die ich Ihnen heute offiziell mitteilen möchte:

 

Bis zum Abschluss meiner Besuche Mitte Juni 2017 und deren Auswertung werde ich keine Zusammenführung von Gemeinden und Neugründungen von Pfarreien vornehmen. Mir ist bewusst, welch wichtiger Schritt eine solche Neuordnung ist. Deshalb ist es mir ein großes Anliegen, die neuen Pfarreien nicht nur per Dekret in einem Verwaltungsakt zu errichten, sondern dieses Ereignis am Tag der Errichtung mit den Gläubigen vor Ort in einer entsprechenden liturgischen Feier zu begehen. Mit den Gemeinden wollen wir Gott für das Bisherige Dank sagen und die Zukunft der neuen Pfarrei unter den Segen Gottes stellen.

 

Wenn wir auf die Geschichte unseres Bistums schauen. dürfen wir im Jahr 2021 einhundert Jahre Wiedererrichtung des Bistums Dresden-Meißen begehen. Das wollen wir gemeinsam feiern! Wir haben allen Grund, Gott zu danken, und wollen für unseren Aufbruch in die Zukunft um seinen Segen bitten. Deshalb ziele ich für die Errichtung der neuen Pfarreien den Zeitraum zwischen 1. Advent 2017 und Mitte 2020 an. Die Feier der Neugründung soll jeweils an einem Sonntag stattfinden. Nachdem die Zustimmung meinerseits zu einer Fusion oder Neugründung erfolgt ist, können ab dem 1. September 2017 Terminwünsche für die Feier bei meinem Sekretariat angemeldet werden.

 

Im Herbst 2020 werden wir die Wahlen zu den Gremien der neuen Pfarreien durchführen, damit in Zukunft alle Pfarreien unseres Bistums im gleichen Rhythmus die Wahlen durchführen. Für die Übergangszeit bis zum Herbst 2020 werden Sonderregelungen ermöglicht

 

Das Bistumsjubiläum und damit verbunden den Neuaufbruch werden wir in der Woche um das Bennofest 2021 herum gebührend feiern.

 

Ich lade Sie und die Gläubigen ein, sich gemeinsam mit mir auf diesen Wegabschnitt bis 2021 zu machen, der eine wichtige Etappe im Erkundungsprozess sein wird

 

Bitte tragen Sie Sorge dafür. dass die Gläubigen, die Gremien, kirchlichen Orte und alle, die mit der Pfarrei verbunden sind, über die von mir skizzierten Wegmarken informiert werden. Ihnen im Gebet um Gottes Geleit für unsere nächsten Schritte als Kirche inmitten aller und für alle, die mit uns in Sachsen und Ostthüringen leben, verbunden, grüße ich Sie herzlich,

 

Ihr
+Bischof Heinrich Timmerevers

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